Logo der Universität Wien

Jüdische Genealogie und Personengeschichtsforschung im 19. Jahrhundert:Quellen - Strategien - Möglichkeiten

Bedingt durch die Ereignisse des 20. Jahrhunderts ist die Quellenlage zur jüdischen Personengeschichte schwierig. Nicht nur, dass viele jüdische Quellen vernichtet wurden, sondern auch bedingt durch die Aufteilung Mitteleuropas in nationale Kleinstaaten, Vertreibungen und nationalistische Geschichtsbetrachtung wurde die Benützung historischer Quellen vielerorts erschwert. Welche Herangehensweisen sind erfolgversprechend, welche nicht?
Anhand von Beispielen aus der Praxis soll aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten bestehen, welche Quellen existieren und wie diese zu bewerten sind. Es soll anhand des wirtschaftlichen Hintergrunds gezeigt werden, welche Migrationsgradienten existierten und welchen Verlauf Biographien nehmen konnten. Die Entstehung der großen jüdischen Vermögen des 19. Jahrhunderts war in den seltensten Fällen durch Glück bedingt, vielmehr war es unternehmerisches Risiko, Vernetzung, Fleiss und Innovationsbereitschaft, die den Aufstieg begründeten. Der Neid, den diese Entwicklung hervorrief, muss als der wesentliche Faktor des Antisemitismus wahrgenommen werden.

 
Dipl.-Ing. Georg Gaugusch
, geb. 1974 in Wien, studierte von 1995 bis 2003 Technische Biochemie an der TU Wien, seit 1994 Prokurist und seit 2005 geschäftsführender Gesellschafter der Firma Wilhelm Jungmann & Neffe in Wien. Seit Mitte der Neunziger Jahre intensive Beschäftigung mit dem jüdischen Großbürgertum Mitteleuropas im 19. und frühen 20. Jahrhundert und genealogische Aufarbeitung der Verbindungen zwischen rund 500 jüdischen Familien in diesem Raum. Seit Ende der 1990er Jahre zahlreiche Publikationen zu diesem Thema, darunter Arbeiten über die Familien Kuffner, Wittgenstein, Lieben (Ausstellung im Jüdischen Museum Wien 2004-2005) und Bloch-Bauer (Neue Galerie New York 2006). Im Jahr 2011 Publikation des ersten Teils von Wer einmal War – Das jüdische Großbürgertum Wiens 1800-1938 im Amalthea-Verlag.

Plakat zum Download

Plakat_20120315.pdf

Universität Wien
Institut für Rechts- und Verfassungsgeschichte
Forschungscluster
Jüdisches Hl. Röm. Reich (JHRR)

Hanuschhof
Hanuschgasse 3/1/2
A - 1010 Wien
T: +43-1-4277-345-80
F: +43-1-4277-9345
E-Mail
Universität Wien | Universitätsring 1 | 1010 Wien | T +43-1-4277-0