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Die Toleranzpatente Josephs II. für die jüdische Bevölkerung der Habsburger Monarchie

Der eminenten gesellschaftspolitischen Bedeutung der josephinischen Toleranzpatente als erster umfassender moderner Gesetzgebung für Juden steht eine seltsame Nachlässigkeit im Umgang mit den Quellen gegenüber. Die Patente für die verschiedenen Provinzen wurden in einem Zeitraum von etwa acht Jahren erlassen und wichen auch inhaltlich stark voneinander ab. Für historische Analysen der josephinischen Judenpolitik wird jedoch meist Josephs Handschreiben vom 13. 5. 1781 herangezogen, in dem der Kaiser angekündigt hatte, seiner Judenpolitik neue Richtlinien zugrunde legen zu wollen. Die allgemeinen kaiserlichen Direktiven wurden jedoch erst im Laufe der folgenden Jahre von den Länderstellen den konkreten Bedingungen der einzelnen Provinzen angepasst und zu Patenten ausformuliert; ein Prozess, der sowohl von hitzigen öffentlichen Debatten als auch von Kontroversen zwischen verschiedenen bürokratischen Stellen begleitet war. Diese Lehreinheit soll Einblicke in einige Aspekte dieses spannenden Prozesses bieten.


Dr. Louise Hecht
ist Senior Lecturer am Centrum judaistických studií Kurta a Ursuly Schubertových der Palacký Universität Olomouc/Olmütz, CZ; Ihre Fachgebiete sind jüdische Geschichte Mitteleuropas seit der Frühen Neuzeit, Haskalah und Gender Studies.

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