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Die Juden als Minderheit in Europa

Eine allgemein anerkannte Definition einer Minderheit gibt es nach wie vor nicht; Selbst der politische oder juristische Begriff existiert seit höchstens 150 Jahren. In internationalen Verträgen gibt es Minderheitenrechte seit dem Berliner Kongress (1878) und den Friedensschüssen von 1919/1920. Faktisch aber treten Minderheiten schon in Erscheinung in  der Antike, auch wenn sie nicht als solche genannt werden. Dieser Tatbestand betrifft besonders die Juden, die selbst im allgemein toleranten, polytheistischen römischen Reich eine Sonderstellung einnahmen und besonders nach der Christianisierung Europas sich von der dominanten Religion unterschieden. Systematische politische und wirtschaftliche Diskriminierung setzte aber erst im hohen Mittelalter ein. In den darauffolgenden Jahrhunderten gab es für die Juden einerseits das Problem eines rechtlichen Schutzes bevor die Emanzipationen einsetzte, andererseits die Frage einer besonderen Identität oder sozialen Lage im Zeitalter der – zumindest nominellen – Gleichberechtigung.

 

Peter Pulzer, BSc, MA, PhD, FRHistS (geb. 1929 in Wien) flüchtet im Februar 1939 mit seiner Familie nach dem „Anschluss“ nach Großbritannien. Schulbesuch in London, anschließend B.A. in Geschichte am King’s College der University of Cambridge. Militärdienst in der Royal Air Force. Rückkehr nach Cambridge und 1954 M.A. in Geschichte. Außerdem 1954 B.Sc. in Ökonomie an der University of London.
1960 Promotion an der University of Cambridge. Seit 1957 lebt und lehrt Peter Pulzer in Oxford, erst an der University of Oxford, später am All Souls College. Seit 1996 ist er Emeritus Fellow des All Souls College sowie Professional Fellow am Institute for German Studies der University of Birmingham.
1993–97 Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Historisches Kolleg, München. 1997–2009 Vorsitzender des Academic Advisory Committee am Centre for German-Jewish Studies der University of Sussex. Gastprofessuren in Washington DC, Los Angeles, München, Dresden, Berlin und Leipzig. Vorsitzender des Leo Baeck-Institute in London.
2004 Deutsches Bundesverdienstkreuz, 2008 Großes Silbernes Ehrenzeichen der Republik Österreich. 2007 Ehrendoktorat der Universität Innsbruck, 2010 Leo Baeck-Medaille. 2012 – zusammen mit Alfred Bader und Walter Kohn – Ehrendoktorat der Universität Wien.
Zahlreiche Publikationen zur europäischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Experte für Antisemitismusforschung und Parteiensysteme in Westeuropa; Ausgewählte Publikationen: Austria 1945–1995: Fifty Years of the Second Republic (Ashgate, 1998), German Politics 1945–1995 (New York: OUP, 1995), Germany 1870–1945: Politics, State Formation and War (New York: OUP, 1997), Jews and the German State: The Political History of a Minority, 1848-1933 (Blackwell Publishers, 1992), Political Representation and Elections in Britain (Allen and Unwin, 1967) sowie The Rise of Political Anti-Semitism in Germany and Austria (Wiley, 1964; revised edn, Halban, 1988).

 

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