Logo der Universität Wien

Schwerpunktprogramm der Sommerakademie 2015

Das Schwerpunktthema der Sommerakademie 2015 lautet „Juden im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation als multinationalem, multilingualem und multireligiösem Imperium“.  Wenn die Sommerakademie nach der Verortung der Juden im Hl. Röm. Reich als einem multireligiösen Gemeinwesen fragt, knüpft sie an bereits gestellte Fragen an. Zur paritätischen Religionsverfassung des Reichs liegt bereits eine umfangreiche Forschung vor. Zumindest ansatzweise ist nach den Rückwirkungen, die die Gleichberechtigung zwischen den christlichen Religionsparteien, die im frühneuzeitlichen Europa einzigartig war, auf die Juden hatte, gefragt worden. Auf diesem Gebiet zielt die Sommerakademie darauf ab, das bereits bestehende Bild von Konfrontation, Ausgleich und Transfer weiter zu differenzieren. Mit der Frage nach den Juden im Hl. Röm. Reich als einem multinationalen, multilingualen und multimemorialen Raum wird dagegen völliges Neuland betreten. Dies gilt ungeachtet von Einzelstudien, z.B. zur Sprachverwendung in einzelnen Teilen des Reichs oder durch Angehörige der Habsburgerdynastie, nicht nur für die jüdische Geschichte, sondern auch die Reichsgeschichte allgemein. Hier bewegt sich die Sommerakademie mit ihrem Programm an den frontiers of research und möchte durch die Vorstellung erster Forschungsergebnisse und die Diskussion weiterführender Fragestellungen einen eigenen Beitrag leisten.

Zielgruppe

Die Sommerakademie richtet sich an fortgeschrittene Studierende und Nachwuchswissenschaftler sowie an Lehrer und Multiplikatoren in Bildung- und Kultur, die in konzentrierter und anspruchsvoller Form Kenntnisse zur Rechts- und Kulturgeschichte der Juden in der Frühen Neuzeit erwerben bzw. vertiefen möchten. Zielgruppe sind damit nicht nur Studierende und Angehörige der Träger und Kooperationspartner der Sommerakademie, sondern auch hinreichend interessierte und qualifizierte externe Interessenten. Die Sommerakademie richtet sich insbesondere auch an Studierende mit zumindest passiven Kenntnissen der deutschen Sprache, die die Vermittlung von Kenntnissen zur Geschichte der Juden in ihren Beziehungen zur nicht-jüdischen Umwelt im Mitteleuropa der Frühen Neuzeit in den vielfach auf das 19. und 20. Jahrhundert hin ausgerichteten Lehrprogrammen vermissen.

Zulassungsvoraussetzungen und Auswahlverfahren

Voraussetzung für die Teilnahme an der Sommerakademie ist eine erfolgreiche Bewerbung. Die Bewerbungen setzen sich aus einem Motivationsschreiben und einem Empfehlungsschreiben von betreuenden Hochschullehrern bzw. anderer geeigneter WissenschaftlerInnen zusammen. Über die Auswahl entscheidet ein Auswahlausschuss, der sich aus VertreterInnen der beteiligten Hochschulen und Institutionen zusammensetzt.

Stipendien

Die an der Sommerakademie beteiligten Universitäten unterstützen die Teilnahme ihrer Studierenden in finanziell unterschiedlichem Ausmaß und im Rahmen unterschiedlicher interner Förderprogramme. Qualifizierte Studierende der an der Sommerakademie beteiligten Universitäten sowie externe Bewerber, die an der gesamten Sommerakademie teilnehmen möchten, aber von ihrer Heimatuniversität keine oder keine hinreichende Förderung erhalten, können sich um ein Vollstipendium in Höhe von € 750,00 oder um ein Teilstipendium in Höhe von € 365,00 bewerben. Die Teilnahmegebühr bzw. die Unkostenpauschale sowie die Kosten für An- und Abreise sind von den Teilnehmern grundsätzlich selbst zu tragen.

Kursprogramm

Das Kursprogramm der Sommerakademie setzt sich aus fünf Blöcken zusammen:

◊ A - Grundlagen und Überblick

◊ B - Seminar

◊ C - Forschung und Diskussion

◊ D - Exkursionen

◊ den Handschriften- und Quellenkursen - in unterschiedlichen Niveaustufen ind deutscher und in jüdischen Sprachen

  • E - Deutsche Quellen und Handschriften für Anfänger
  • F - Deutsche Quellen und Handschriften für Fortgeschrittene
  • G - Judendeutsche, Jiddische, Judeospanische und Hebräische Quellen und Handschriften für Anfänger ohne Vorkenntnisse
  • H - Judendeutsche, Jiddische, Judeospanische und Hebräische Quellen und Handschriften für Anfänger mit Vorkenntnissen
  • I - Judendeutsche, Jiddische, Judeospanische und Hebräische Quellen und Handschriften für Fortgeschrittene

Abschluss

Bei erfolgreichem Besuch der Sommerakademie wird ein Abschlusszeugnis verliehen. Das Abschlusszeugnis gibt in Verbindung mit dem Programm Auskunft über Art und Anzahl der besuchten Lehreinheiten. Aufgrund der unterschiedlichen Funktionen, die die Sommerakademie im Lehrprogramm der Trägerhochschulen einnimmt, erfolgt die Anrechnung von ECTS-Punkten durch die jeweilige Hochschule.

Universität Wien
Institut für Rechts- und Verfassungsgeschichte
Projektcluster
Jüdisches Hl. Röm. Reich (JHRR)


Universitätscampus
Hanuschgasse 3/1/2
A - 1010 Wien
T: +43-1-4277-345-80
F: +43-1-4277-9345
E-Mail
Universität Wien | Universitätsring 1 | 1010 Wien | T +43-1-4277-0